UWG fordert Feinstaub-Messungen

Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) beantragt ein Gutachten oder eine Messung zur Feinstaubbelastung entlang der Hauptverkehrsadern L 545 und B 239 in Hiddenhausen. Ihrer Meinung nach reicht ein Gutachten zur Lärmbelastung für eine zukünftige Verkehrsplanung nicht aus.

Neben den "konkret zu befürchtenden Gesundheitsgefahren" durch den Lärm des Schwerlastverkehrs sei von erheblichen Belastungen durch zusätzlichen Feinstaub aus dem Verkehr auszugehen, schreibt die UWG in ihrem Antrag. Sie verweist auf Publikationen, in denen "Fachgremien" von einer geringeren Lebenserwartung der Bürger aufgrund einer zu hohen Feinstaubbelastung in Ballungsgebieten ausgehen. Quellen nennt die UWG nicht.

In ihrem Antrag verweist die Wählergemeinschaft außerdem auf Paragraf 45 der Straßenverkehrsordnung. Demnach könnten die Behörden die Benutzung bestimmter Straßen aus Gründen der Sicherheit und Ordnung beschränken oder verbieten. Das gelte insbesondere zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen. Dazu gehöre auch die Feinstaubbelastung. Auf eine UWG-Anfrage im September hatte das Kreisgesundheitsamt erklärt, dass ihm keine Daten über Lärm oder Feinstaubemissionen entlang der L 545 und B 239 vorliegen. Auch dem Landesumweltamt lägen keine Daten zur Gemeinde Hiddenhausen vor.

Über die gesundheitliche Belastung könnten deshalb nur relativ allgemeine Aussagen gemacht werden, so Amtsärztin Marie-Luise Kluger. "Übermäßiger und chronischer Lärm hat sicher einen negativen Einfluss auf die Gesundheit, hierzu gibt es zahlreiche wissenschaftliche Studien." Bei Messungen würden sich aber häufig Durchschnittswerte ergeben, die - rein rechnerisch - zumeist unter den Grenzwerten lägen. "Eine höhere Feinstaubbelastung beinhaltet auch eine höhere Gesundheitsbelastung", so Kluger weiter. Da Feinstaub eingeatmet werde, könnten Schleimhautreizungen, lokale Entzündungen in der Luftröhre und mehr auftreten.