»Wir werden immer nur vertröstet«

Wegen der Baustelle an der Bünder Straße im Ortsteil Sundern bahnt sich der Verkehr derzeit seine Wege über offizielle, aber auch inoffizielle Umleitungsstrecken durch die Gemeinde Hiddenhausen. Dirk Nölkenhöner, UWG-Fraktionsvorsitzender, fordert in einer Stellungnahme erneut ein Durchfahrtsverbot für Lkw.

Der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Wählergemeinschaft schreibt: 

»Es sind an vielen Stellen massive Überschreitungen der maximal zulässigen Geschwindigkeit festzustellen; hinzu kommt das Befahren eingeschränkt freigegebener Straßen und das Fahren durch Wohngebiete. Damit verbunden sind Beeinträchtigungen durch Emissionen wie Lärm und Feinstaub – und natürlich wird das Sicherheitsbedürfnis der schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Kinder und Ältere arg in Mitleidenschaft gezogen.

Ein Lob ist ausdrücklich der Polizei auszusprechen, die massiv den Verkehr beobachtet und Geschwindigkeitsmessungen durchführt. Ich selber habe an der Schweichelner Straße eine fast 30 minütige Radarmessung miterlebt. In dieser kurzen Zeit haben sich hier mindestens 20 Verkehrsteilnehmer trotz Fahrbahnverengungen nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten und sind geblitzt worden. Ich denke, dass hier ohne eine Fahrbahnverengung die fünf- bis sechsfache Zahl an Verkehrsteilnehmern geblitzt worden wäre.

Würde es ein Lkw-Durchfahrtsverbot geben, wären die negativen Begleiterscheinungen wohl nur halb so schlimm. Es ist daher nicht zu verstehen, dass der Landrat des Kreises Herford, Christian Manz, sich immer noch nicht endgültig für ein dauerhaftes Durchfahrtsverbot ausgesprochen hat. Ein entsprechender Antrag der Freien Wähler/UWG liegt seit März 2013 vor. Wieso nehmen andere Landräte die Sorgen und Nöte ihrer Bürger ernster als es unser Landrat tut? Will Herr Manz den Rest seiner Amtszeit nur noch absitzen? Wieso gibt es in anderen Kreisen Lkw-Durchfahrtsverbote und wieso geht es nicht bei uns?

Auch bin ich schwer enttäuscht über die Tatenlosigkeit von Herrn Dahm (SPD-MdL) und Herrn Schwartze (SPD-MdB), die sich vollmundig auf der Versammlung der Bürgerinitiative ›Wir in Hiddenhausen für den Tunnel‹ 2012 dafür ausgesprochen hatten, sich für eine starke Verbesserung der Verkehrssituation in Hiddenhausen einzusetzen. Nichts ist von beiden Herren seitdem ausgegangen. Ein weiteres Indiz dafür, dass vielen Entscheidungsträgern Hiddenhausen egal ist, ist die Tatsache, dass zukünftig der größte Teil des Verkehrs direkt durch Hiddenhausen durch die Ortsteile Sundern, Lippinghausen und Eilshausen geführt werden soll. Dafür hat sich ja sogar noch jüngst Christian Dahm ausgesprochen. Das Planfeststellungsverfahren B 61/ B 239 ist eine Ohrfeige für alle Hiddenhauser. Meiner Meinung nach muss in der Durchsetzung der Hiddenhauser Belange ein Gang höher geschaltet werden. Hiddenhausen wird immer nur vertröstet. Das muss aufhören.«